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Onlinemagazin: Resonanz

Der Partner - unser Spiegel
Alles was uns passiert ist eine Spiegel des Inneren.
 
Alles ist ein Spiegel

Die Menschen, die uns begegnen, sind der beste Spiegel um sich selbst zu erkennen, das wusste schon Goethe.
Alles was uns passiert ist eine Spiegel des Inneren. Das gilt auch für das gesprochene Wort: Was auch immer wir sagen, sagen wir über uns selbst. Wenn wir jemanden treulos, unehrlich oder gefühllos nennen, oder sagen er würde uns nicht ernst nehmen, so ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass eine gewisse Untreue, Unehrlichkeit, Gefühllosigkeit in uns ist und wir den andern auf gewisse Weise nicht ernst nehmen. Wenn wir jemanden als „cool „ bezeichnen, sagen wir damit etwas über unsere eigene „Coolness“ die wir vielleicht nicht ausleben, aus welchen Gründen auch immer.

Wenn wir negativ über jemanden reden, zeigt das, wie wir uns selbst einschätzen.
Mit anderen Worten: Überall können wir uns selbst erkennen. Und das ist oft gar nicht so angenehm. In der Psychosomatik ist es längst anerkannt, dass jede Krankheit einen Mangel der Seele widerspiegelt. Die Psychologie hat nachgewiesen, dass dies auch für Ereignisse und Begegnungen gilt. Wer mit dem Auto gegen eine Mauer fährt, darf nach einer Mauer im eigenen Inneren suchen. Wer glaubt, ein anderer hindere ihn an der Selbstverwirklichung, wird, wenn der andere endlich verschwunden ist, bald auf ein ähnliches Hindernis stoßen . denn das eigentliche Hindernis liegt in ihm selbst. Die äußere Blockade ist immer nur die Widerspiegelung einer inneren Hemmung - ein Hinweis auf einen seelischen Mangel,
auf etwas, das geklärt und verändert werden muss.

So hat es wenig Sinn, über ein Unglück zu schimpfen. Man schimpft nur über sich selbst. Jesus war der Ansicht, wer einen Splitter im Auge eines anderen entdecke, habe mit Sicherheit einen Balken im eigenen Auge.
So ist es. Was wir in anderen sehen, was wir über sie sagen, worüber wir uns aufregen, was uns begegnet - all das sind Widerspiegelungen unserer inneren Situation. Und ein wunderbares Mittel zur Selbsterkenntnis. Ein Mittel übrigens, das Singles weniger zur Verfügung steht. Der Spiegel eines Partners, einer Familie bleibt ihnen vorenthalten. So fällt es ihnen schwerer, die eigenen Schwächen, Hemmungen, Komplexe, Fehler zu sehen oder gar zu korrigieren.
 
ES GIBT KEINEN ZUFALL
Wer glaubt, Schicksalsschläge seien unberechenbar und im Leben spiele der Zufall eine große Rolle, ist im Irrtum.
„Das Ereignis erscheint erst, wenn du bereit dafür bist", sagt Buddha.
Und der Seelen-Analytiker C. G. Jung fand heraus: „Was einem Menschen widerfährt und wann es ihm widerfährt, ist charakteristisch für ihn." Also: Der Zufall ist selbsterschaffen, Ein Psychologe erzählt von einer Klientin, die ihren Mann betrog – teilweise mit schweren Schuldgefühlen. Sie traf ihren Geliebten in einem entlegenen Hotel. Was sie nicht ahnen konnte:
Im Nebenzimmer, übernachtete ihre Nachbarin von daheim. Die lauschte neugierig die ganze Nacht und rief am nächst Tag den Ehemann an. Pech? Nein, sagt Psychologe, das Schuldbewusstsein schuf diesen scheinbaren Zufall: „Die Gefühle holen sich die entsprechenden Ereignisse, um ausgelebt zu werden und um sich zu bestätigen," Das schlechte Gewissen zog also die Entlarvung an, Oder, in Buddhas Worten: Weil die Frau bereit war, entdeckt zu werden, trat das Ereignis ein. Natürlich war sie sich keineswegs bewusst, dass sie ertappt werden wollte. Aber etwas in ihrem Inneren wollte die Entlarvung. Und wenn sie nach innen gelauscht hätte, hätte sie das wohl auch gemerkt. Denn nach C. G. Jung steckt hinter jedem Zufall so eine Notwendigkeit.





„Jedes solche Ereignis trifft simultan mit einem psychischen Zustand ein", schrieb er und nannte das „Synchronizität". Zu deutsch: Hinter jedem Zufall verbirgt sich der geheime Wunsch, der uneingestandene Wille oder wenigstens die Bereitschaft, dieses Ereignis auf sich zu ziehen. ( siehe auch Kapitel Vorwürfe ) Bei angenehmen Zufällen, bei unverhofftem Glück oder günstigen Fügungen sind wir ohne weiteres bereit, sie mit unserer Veranlagung in Verbindung zu bringen.
Bei Pech und Unglück sehen wir diesen Zusammenhang weniger gern. Aber nur, wenn wir ihn auch im ungünstigen Fall sehen, wenn wir dafür die Ursache in uns erspüren und etwas
ändern, können wir uns weitere unschöne Zufälle ersparen.

 
NIEMAND IST EIN OPFER


Die Rolle des Opfers spielen wir gern und oft. Denn wir wollen nicht selbst verantwortlich
sein. Der Stau ist schuld. Dass wir zu spät kommen. Unserer Schwiegermutter ist es anzulasten, dass das Wochenende verdorben ist. Unsere Eltern haben es auf dem Gewissen, dass wir unter Hemmungen leiden. Der Arzt hat etwas verpfuscht, die Bank macht Druck. Wir fühlen uns als Opfer des Wetters, der Umstände, der Planeten, der Erziehung, des Partners und wollen damit immer nur
eines sagen: Wir selbst sind nicht verantwortlich für das, was uns geschieht, wir sind entschuldigt.
Doch, leider, da widersprechen uns alle Weisheitslehrer von Sokrates bis zum Dalai Lama. Selbst die Gatter seien lediglich eine Ausrede, sprach der Weise aus Athen, jeder baue sich ganz allein Steinchen für Sternchen das eigene Schicksal. Und der Weise aus Tibet spricht: „Eine Wendung zum Besseren kann es im Leben nur geben, wenn jeder sich verantwortlich fühlt für das, was er
tut, und ebenso für das, was ihm getan wird." Aber wie ist es etwa mit einem Diebstahl? Sind wir dafür
verantwortlich, dass unser Auto aufgebrochen wird? Ja, haben die Tiefenpsychologen herausgefunden: Jedem Diebstahl geht ein Verlust an Eigenwert und Selbstsicherheit voraus. Wie ein körperliches Symptom ist der Diebstahl nur ein Gleichnis eines seelischen Defizits. Zum Bei-
spiel für einen Mangel an Abgrenzung, Einen jähzornigen Partner zieht nur jemand auf sich, der mit
seiner eigenen Wut nicht zurecht kommt. Wer von jemand anderem unterdrückt wird, hat sich vor-
her bereits selbst unterdrückt. Wenn andere einen betrügen, hat man innerlich sich selbst betrogen. Wir sind nicht Opfer. Das, was andere uns tun, haben wir innerlich uns selbst angetan. Psychologe Hermann Meyer: „Noch der pfuschende Chirurg ist nur ein äußerer Erfüllungsgehilfe, um uns unsere eigene selbstzerrstörerische Tendenz sichtbar zu machen" Die amerikanische Soziologin N. Shainess hat in einer umfassenden Studie nachgewiesen, dass stets solche Frauen Opfer von
Vergewaltigungen werden, die ihre eigene Sexualität unterdrücken. Oder aber negative Gedanken über die Sexualität oder Männer haben. Auch hier wie überall, wo wir uns als Opfer fühlen, kann es eine Veränderung nur geben, wenn wir uns ansehen, welche Situationen das sind - und was wir selbst damit zu tun haben. Wir selbst sind die Ursache dessen, was wir erleben.

 
WAS VERDRÄNGT WIRD, KEHRT WIEDER


Wir geben gern zu, dass wir ein paar Schwächen haben. Aber grundsätzlich halten wir uns
für liebevolle, vernünftige, rechtschaffene Menschen. Wir halten uns für gut. Dass wir auch missgünstig, herrschsüchtig, egoistisch, labil, engstirnig, zerstörerisch sind, wollen wir nicht wahrhaben. Mit diesen Eigenschaften beschäftigen wir uns nicht, jedenfalls nicht bei uns selbst.
Wir möchten nicht, dass sie zu uns gehören. Wir lehnen diese Seite von uns ab. Und wenn wir nicht einmal mehr denken, dass wir diese Seite in uns haben, dann haben wir sie aus unserem Bewusstsein verdrängt. Doch: „Je mehr du es versteckst, desto deutlicher wird es zum Vor-
schein kommen", sprach der weise Laotse. Wenn wir nur eine Seite leben, wird sich die unterdrückte Seite früher oder später bemerkbar machen. Was wir verdrängen, begegnet uns wieder, entweder als Schicksalsereignis oder als Krankheit ( Du kannst jeden betrügen, nur deinen Körper nicht, der Körper speichert alles) oder in unseren Beziehungen.




Wer sich zum Beispiel mit seinem eigenen Machtstreben nicht auseinandersetzt, wird einem autoritären Chef begegnen und damit nicht klarkommen. Ein Stellenwechsel bringt keine Verbesserung: Auch dort tritt nach kurzer Zeit ein autoritärer Vorgesetzter auf. Nicht anders im Privatleben. Eine Frau, die ihren Zorn unterdrückt und sich immer friedfertig gibt, wird einen streitenden, rücksichtslosen Mann bekommen. Und wenn sie sich trennt und einen vermeintlich Besseren findet, wird auch der sich bald als Unterdrücker erweisen. Eine Frau, die ihre eigene Labilität nicht geklärt hat, wird stets aufs neue an hilflose Männer geraten. Die Konstellationen wiederholen sich bis das Verdrängte im eigenen Inneren ans Licht geholt wird. Die Situationen, in die wir häufig oder dramatisch verwickelt werden, wollen uns auf etwas Unterdrücktes aufmerksam machen. Die Eltern eines drogensüchtigen Sohnes müssen erkennen, dass er ihnen auf verzerrte Weise vorlebt, was sie bei sich selbst verdrängt haben: nämlich eine fällige Bewusstseinserweiterung. Und die Mutter eines behinderten Kindes darf sich fragen, ob sie nicht ihr eigenes inneres Kind unterdrückt und behindert.
Die Wiederkehr des Verdrängten ist keine Strafe. Sie ist eine Aufforderung, uns mit einer Seite
auseinander zu setzen, die wir leugnen und ablehnen, die uns aber zur Lebendigkeit fehlt.


 
DAS EREIGNIS ERSCHEINT ERST, WENN DU BEREIT DAFÜR BIST,
SAGT BUDDHA




WAS MAN GLAUBT, WIRD WAHR


Was, meinst du, wird aus mir werden?" fragte einst ein Schüler den arabischen Weisen AbSalam. Der antwortete: „Alles, woran du glaubst, wird in Erfüllung gehen!" Der Schüler zog leichten Herzens von dannen, erlaubte sich einiges und leider so viel, dass er schließlich zum Tode verurteilt wurde. Als er auf dem Schafott stand, kam AbSalam vorbei. „Du hast mich falsch beraten!" rief der Verurteilte. „Ich glaubte, ich würde Kalif werden, das ist nicht in Erfüllung gegangen!" Der Weise fragte: „Hast du wirklich daran geglaubt?" Nein, musste der Verurteilte erkennen, er hatte es sich zwar gewünscht,


aber im Innersten gar nicht für möglich gehalten. „Aber erst recht nicht habe ich geglaubt, dass ich auf dem Schafott enden würde!" rief er. Und AbSalam antwortete: „Doch, du hast es geglaubt. Nur hast du offenbar nicht bemerkt, dass du es geglaubt hast!"

Genau das ist das Problem: Nicht, was wir uns wünschen, trifft ein, sondern das, was wir im Innersten
Glauben, sei es noch so unbewusst. Wer von sich glaubt, dass er es nicht verdient, achttausend Mark im Monat zu bekommen, kann sich eine Gehaltserhöhung noch so sehr wünschen, er kriegt sie nicht. Wer glaubt, er sei nicht würdig, in einer schönen Umgebung zu wohnen, wird es auch nie schaffen, selbst wenn er es sich täglich vor dem Einschlafen wünscht. Wer glaubt, erkönne nicht beruflich erfolgreich und zugleich privat glücklich sein, hat den Misserfolg oder die Trennung bereits in der Tasche. Was wir uns wünschen, wissen wir noch einigermaßen. Aber was wir im Innersten glauben, ist uns meist nicht bewusst. ( siehe auch Glaubesätze )

Wir glauben zum Beispiel, dass wir nicht vertrauenswürdig sind, dass wir keine Verantwortung tragen können, dass wir nicht begehrenswert sind und so weiter. Tief in uns tragen wir viele negative Glaubenssätze mit uns herum, die wie die Programme auf einer Computer-Festplatte immer aufs neue abgespult werden, wenn wir in kritische Situationen kommen. Das ist schade.
Denn was wir über uns glauben, verwirklichen wir auch. Wir können diesen Glaubenssätzen auf die Spur kommen. Sie spiegeln sich in dem, was uns immer wieder passiert, in unseren Sackgassen, in unseren Beziehungen. Erst wenn sie uns bewusst geworden sind, können wir sie von der Festplatte löschen und durch positive Glaubenssätze ersetzen. ( Austausch der Glaubensätze mit MET)


 
PECH ODER GLÜCK


Schicksalsschläge und Leid sind nur Aufforderung und Gelegenheit ,seelisch zu wachsen. Im Gegensatz zur Schule, in die wir als Kinder gegangen sind, hört die Schule des Lebens allerdings nicht auf. Und ständig gibt es Hausaufgaben. Aber wenn wir die Aufgaben begreifen und annehmen, werden sie immer leichter. Schicksal ist nichts anderes, als immer wieder aufs neue die Begegnung mit den erlösten und unerlösten Teilen unserer Persönlichkeit. Wir können erkennen, dass das,
was uns außen widerfährt, auch in uns selbst wohnt. Dass die Umstände, unter denen wir leben, die Beziehungen, die Ereignisse) die scheinbaren Zufälle immer Widerspiegelungen unseres Innenlebens sind. Was uns außen auffällt, was wir loben, was wir tadeln, wovor wir Angst haben, was wir ablehnen all das macht deutlich, wie es in uns selbst aussieht. Wir erfahren immer nur die Wirklichkeit, die unserer eigenen Innenwelt entspricht. Wenn wir an der Wirklichkeit etwas ändern wollen, müssen wir deshalb bei uns selbst anfangen. Wir können die Ereignisse deuten, die uns immer wieder zustoßen, die Krankheiten, die sogenannten Schicksalsschläge, die Pechsträhnen. Aber wenn wir sie so deuten, daß wir bei unserem bisherigen Denken und Verhalten bleiben können, haben wir etwas falsch verstanden. Dann bleiben wir in der Zwickmühle. Jedes unangenehme Ereignis ist eine
Aufforderung, etwas, zu ändern. Und je länger wir die Änderung hinauszögern, desto schwerer fällt
sie. Um unser Zögern und unsere falsche Entscheidung zu rechtfertigen, werden wir womöglich noch
weiter in die falsche Richtung gehen und noch mehr Fehler einbauen. Bis die Korrektur, durch das Schicksal richtig schmerzhaft ausfällt. Das muß nicht sein. Alles ist eine Übung, damit wir uns weiterentwickeln. Und wohin? Zu mehr Freiheit, mehr Freude, mehr innerem Frieden,
mehr Vertrauen, zu mehr Glück.
 
geschrieben von Walter C. Dieterich am 25.07.06
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